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1. Einleitung

Bei der Frage, was den Menschen ausmacht und woraus er besteht, gibt es eine Vielfalt von Meinungen, Vorstellungen und Behauptungen. Dass der Mensch einen materiellen Körper hat, dürfte einer der wenigen Punkte sein, über den noch weitgehende Einigkeit besteht. Aber weshalb kann der Mensch denken, fühlen und entscheiden?

Die unvermeidliche Schlussfolgerung einer zufälligen und ungesteuerten Entstehung des Menschen wäre, dass der Körper für sich allein genommen denken kann. In unserer von der Evolutionstheorie geprägten Gesellschaft wird „naturwissenschaftlich" geradezu vermieden, dem Menschen einen abgrenzbaren immateriellen — also geistigen — Bestandteil zuzugestehen. Für das „Denken" bleibt somit das Gehirn als das dafür noch am besten geeignet scheinende Organ allein zuständig, es werden dann gerne seine Einzelteile wie der Vorderlappen oder die Hirnrinde besonders hervorgehoben. Aber der genaue Ablauf des Denkens — dass also ein Gedanke als autonomer elektrischer Impuls im Gehirn beginnt — lässt sich naturwissenschaftlich gerade nicht beweisen.1

Auf der anderen Seite gibt es eine Unzahl von Ansätzen, die versuchen, den Menschen „spirituell" zu erklären, in denen dann Begriffe wie Geist, Seele oder auch Wiedergeburt oder sogar ein Weiterleben nach dem Tod eine Rolle spielen. Als ein eher harmloses Beispiel sei ein Sprichwort zitiert: „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen!". Besitzt der Mensch tatsächlich eine Seele? Falls ja, wie lassen sich dann die Begriffe Geist und Seele klar und widerspruchsfrei voneinander unterscheiden?

Anliegen dieser Zeilen ist es, die Begriffe Körper, Geist und Seele anhand der Bibel zu erklären und einzuordnen. Bedauerlicherweise herrscht auch in der christlich geprägten Literatur keineswegs eine belastbare Einigkeit über die Natur des Menschen. Deshalb wird hier ein einfacher Ansatz verfolgt: Alle tragenden Aussagen zu Körper, Geist und Seele des Menschen werden mit Textstellen aus der Bibel unterlegt. Soweit nicht anders angegeben wird dabei der Text der Stuttgarter Jubiläumsbibel 1912 (Luther-Übersetzung) als eine der anerkannt besten deutschen Übersetzungen herangezogen.

Anders als vom Autor zunächst beabsichtigt, ist an einigen Punkten auch ein kurzer Blick auf den hebräischen oder griechischen Grundtext nötig und hilfreich. Dies erfolgt — auch um kritischen Lesern eine Nachverfolgung der Argumente zu ermöglichen — auf Basis der Elberfelder Übersetzung auf csv-bibel.de, eine wunderbare Möglichkeit, sich intensiv mit Gottes Wort zu beschäftigen.

Um es schon an dieser Stelle vorwegzunehmen: Sucht man offen und ehrlichen Herzens, gibt die Bibel immer eine Antwort. Das trifft ganz besonders auf die menschliche Natur, d. h. den Aufbau des Menschen zu, der in der Bibel mehrmals eingängig und nachvollziehbar beschrieben wird. An mehreren hundert Stellen spricht die Bibel über den Körper und den Geist des Menschen und auch der Begriff der (lebendigen) Seele lässt sich ohne unerklärliche Widersprüche sowohl vor als auch nach dem Tod eines Menschen in ein schlüssiges Gesamtbild einordnen.


  1. Siehe z. B. Eccles, John C.: Wie das Selbst sein Gehirn steuert, 3. Aufl. Piper (2000), S. 261.